Frauenkondom und Diaphragma – wie und wofür werden sie benutzt?
Hormonelle Verhütung ist nicht die einzige Möglichkeit für Frauen, ihren Schutz selbst in die Hand zu nehmen. Haben Sie es je mit Diaphragma oder einem Frauenkondom versucht?
Diaphragma
Ein Diaphragma, auch Pessar genannt, ist ein flexibler, flacher Becher, der den Gebärmutterhals vor dem Eindringen von Spermien schützt. In Kombination mit der Verwendung eines kontrazeptiven Gels ist der Schutz am effektivsten. Füllen Sie das Diaphragma einfach mit einem Spermizid und führen Sie es wie einen Tampon oder eine Menstruationstasse in die Vagina ein, sodass der Gebärmutterhals bedeckt ist.
Vorteile von Diaphragma
- Diaphragma kann bis zu 24 Stunden eingeführt bleiben, einige Ausführungen sogar bis zu 48 Stunden. Dadurch können Sie sich dem Liebesspiel mit Ihrem Partner ganz spontan hingeben. Sie können es aber auch unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr einführen.
- Es schützt mit einer Effektivität von bis zu 94 % vor ungewollter Schwangerschaft, ohne einen Haut-zu-Haut-Kontakt zwischen den Partnern zu verhindern.
- Diaphragma ist nach dem Einführen völlig unsichtbar.
- Es enthält keine Hormone.
- Mit ein wenig Übung gelingt es Ihnen, das Diaphragma ganz bequem selbst einzuführen.
- Es kann wiederholt verwendet werden. Je nachdem, wie oft es verwendet wird, kann es Ihnen ein bis zwei Jahre dienen.
Nachteile von Diaphragma
- Nach dem Geschlechtsverkehr muss es mindestens 6 Stunden lang eingeführt bleiben, da sonst die Gefahr einer ungewollten Befruchtung besteht.
- Diaphragma schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
- Seine Einführung erfordert etwas Übung. Es ist ratsam, den Frauenarzt zu konsultieren oder mit ihm zu üben, um die richtige Größe auszuwählen und das Diaphragma zum ersten Mal einzuführen.
- Bei Frauen, die bereits entbunden haben, ist es möglicherweise nicht mehr effektiv.
Diaphragma oder Portiokappe?
Pessare werden in zwei Grundtypen unterteilt – Portiokappen und Vaginaldiaphragmen. Eine Portiokappe ist eine fingerhutähnliche Kappe mit Lasche, die durch ein Vakuum an Ort und Stelle bleibt und auch ohne die Verwendung von Spermiziden wirksam ist. Im Gegensatz dazu haben Diaphragmen abgerundete Kanten und das Einführen ist etwas einfacher. Allerdings muss man auf die Wahl der passenden Größe achten (idealerweise in Absprache mit einem Frauenarzt) und beim Diaphragma immer ein Spermizid verwenden.
Frauenkondom
Ein Frauenkondom (oder Femidom) ähnelt sehr dem typischen männlichen Kondom, mit nur ein paar Anpassungen, um der weiblichen Anatomie zu entsprechen. Es ist größer und in der Regel aus Polyurethan hergestellt, einem sehr dünnen, aber starken Kunststoff, der jedoch nicht flexibel ist. Damit das Frauenkondom effektiv schützt, hat es auf beiden Seiten biegsame Ringe, die es an Ort und Stelle halten.
Es wird mit dem inneren Ring in die Vagina eingeführt, sodass es eine Barriere entlang der Scheidenwände bildet. Der äußere Ring bleibt außerhalb der Scheide und dient als Eingang für den Penis.
Die größten Vorteile von Frauenkondomen
- Ein Frauenkondom schützt vor sexuell übertragbaren Infektionen und ungewollter Schwangerschaft (mit einer Wirksamkeit von bis zu 95 %).
- Das Frauenkondom wird vor dem Akt oder bis zu 8 Stunden davor eingeführt.
- Es funktioniert auch ohne die Verwendung weiterer Verhütungsmittel. Es enthält keine Hormone.
- Es kann auch während der Periode, der Schwangerschaft oder kurz nach der Entbindung verwendet werden (natürlich unter Berücksichtigung Ihres Gesundheitszustands).
- Frauenkondome werden in der Regel aus Polyurethan hergestellt, was diejenigen zu schätzen wissen werden, die eine Allergie gegen das in herkömmlichen Kondomen enthaltene Latex haben.
Nachteile eines Frauenkondoms
- Beim Sex ist es sichtbar und erschwert das Vorspiel, falls es vorher eingeführt wird.
- Es verhindert, dass der Penis mit natürlichen Scheidensekreten in Kontakt kommt. Daher ist es notwendig, ein Gleitgel zu verwenden.
- Es muss darauf geachtet werden, dass der Penis nicht außerhalb des Frauenkondoms in die Vagina eindringt.
- Wenn Frauenkondom nicht mindestens 30 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt wird, kann es „rascheln“, was als störend empfunden werden kann.
Folgen Sie bei beiden Produkten immer genau den Anweisungen des Herstellers, wie das Produkt richtig verwendet und welches Gleitmittel dafür geeignet ist. Während Frauenkondome Einwegprodukte sind, muss ein Diaphragma vor und nach jedem Gebrauch gründlich gereinigt werden.
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