Melatonin – wahrscheinlich haben Sie bereits einmal in der Apotheke Melatonin-Tabletten, -kapseln, -tropfen und -spray gesehen. Sie fragen sich, welchen Einfluss Melatonin auf den Schlaf hat? Und was genau ist Melatonin? Ist die Einnahme sicher? Und welches Melatonin ist das beste? Lesen Sie weiter, um dies und mehr herauszufinden!
Melatonin & Schlaf
Eigentlich ist Melatonin ein natürliches Hormon, das im menschlichen Gehirn produziert wird – und zwar in der Zirbeldrüse.
Die Wirkung von Melatonin auf den Schlaf und den allgemeinen biologischen Rhythmus des Menschen wurden erstmals in den 1970ern erkannt. Dabei fanden Wissenschaftler heraus, dass Melatonin das Einschlafen beschleunigen und die Gesamtschlafzeit verlängern kann.
Allmählich fand Melatonin Verwendung als Nahrungsergänzungsmittel und als Mittel, das bei Schlaflosigkeit und Jetlag hilft (einer Schlaf-Wach-Rhythmusstörung, die nach Langstreckenflügen die innere Uhr aus dem Takt bringt und zu nächtlicher Schlaflosigkeit führt).
Welche Wirkungen hat Melatonin?
- Melatonin reguliert den Schlaf und die Wachsamkeit. Nachts trägt es zu einem tieferen, besseren Schlaf bei und tagsüber fördert es die Aufmerksamkeit und Wachsamkeit.
- Synchronisiert den zirkadianen Rhythmus im ganzen Körper. Dadurch sorgt es dafür, dass alle Organe in Harmonie arbeiten.
- Das „Schlafhormon“ ist außerdem ein Antioxidans – es schützt die Körperzellen vor Schäden durch freie Radikale und wirkt entzündungshemmend.
- Es reguliert die Körpertemperatur und die Aktivität der weißen Blutkörperchen.
- Es reguliert die Ausschüttung von Hormonen.
- Melatonin reguliert die Verdauung.
- Fördert die allgemeine emotionale Stabilität und Stimmung.
Wie funktioniert das natürliche Melatonin im menschlichen Körper?
Die Zirbeldrüse ist an das visuelle System gebunden. Auf diese Weise erkennt sie, ob es Tag oder Nacht ist – anhand der Lichtintensität, die auf die Augen fällt.
Bei Dunkelheit beginnt das Gehirn, Melatonin zu produzieren. Damit signalisiert der Körper, dass es an der Zeit ist, schlafen zu gehen. Die Körperfunktionen werden langsamer und man fühlt sich schläfrig. Bei Helligkeit hingegen sinkt die Melatoninproduktion. Die biologische Uhr springt an und man fühlt sich wach und energiegeladen.
Da die Melatonin-Produktion vom Lichteinfall beeinflusst wird, spielt nicht nur der Wechsel von Tag und Nacht eine Rolle, sondern auch die Jahreszeit und die geographische Lage. Deshalb fühlen wir uns im Winter oft schläfrig.
Säuglinge schütten am meisten Melatonin aus, während mit zunehmendem Alter die Produktion natürlich abnimmt. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass es Menschen mit zunehmendem Alter schwerer fällt, einzuschlafen und dass sie morgens oft „nicht ausschlafen können“.
Einnahme von Melatonin
Melatonin-Präparate sind in der Regel mit synthetischem Melatonin angereichert, das dieselben Auswirkungen auf unseren Körper hat wie das natürliche Melatonin. Nach der Einnahme signalisiert es dem Körper, dass es an der Zeit ist, schlafen zu gehen. Dadurch können Sie rascher einschlafen und eine erholsame Nachtruhe genießen.
In welchen Fällen eignen sich Melatonin-Schlaftabletten?
- Bei Insomnie oder Schlafstörungen.
- Bei Jetlag.
- Bei Menschen, die in Nacht- oder Wechselschichten arbeiten.
- Bei Senioren, die Schlafprobleme haben.
Melatonin für Kinder
Präparate mit Melatonin sollten nicht von Kindern eingenommen werden! Falls nicht direkt vom Kinderarzt empfohlen, sollte Melatonin nicht von Kindern unter 18 Jahren eingenommen werden, unabhängig davon, ob es sich um rezeptfreies oder verschreibungspflichtiges Melatonin handelt.
Melatonin in der Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangere und frischgebackene Mütter sollten vor der Einnahme von Melatonin einen Arzt konsultieren.
Wie wird Melatonin eingenommen?
- Die Einnahme erfolgt möglichst kurz vor dem Schlafengehen – nicht länger als eine Stunde. Im Idealfall wird es jeden Abend etwa zur gleichen Zeit eingenommen.
- Nach der Einnahme von Melatonin sollte man nichts mehr essen und nur Wasser trinken. Gönnen Sie sich Ruhe – am besten geht man direkt ins Bett.
- Entspannen Sie sich mit einem Buch, damit Sie beim Warten auf den Schlaf nicht unruhig werden. Legen Sie Ihre elektronischen Geräte in eine Schublade. Der Schlaf kommt dann im Nu.
- Befolgen Sie immer die empfohlene Dosierung und überschreiten Sie diese nicht.
Welche Nebenwirkungen hat Melatonin?
Bei der empfohlenen Dosierung sind die Nebenwirkungen von Melatonin eher gering und selten. Die übermäßige Einnahme von Melatonin kann Folgendes verursachen:
- Schläfrigkeit auch tagsüber, Verwirrtheit und verminderte Reaktionsfähigkeit. Dies kann beispielsweise beim Autofahren gefährlich sein.
- Kopf- oder Bauchschmerzen.
- Übelkeit und Schwindelgefühl.
- Schlechte Träume, Albträume.
- Angstzustände und depressive Stimmung.
- Außerdem kann Melatonin mit bestimmten Medikamenten reagieren. Sollten Sie Medikamente einnehmen, erkundigen Sie sich bei Ihrem Apotheker oder Arzt bezüglich der Einnahme von Melatonin.
Tipps für einen guten Schlaf
Ehe Sie sich für den Kauf von Melatonin-Nahrungsergänzungsmitteln entscheiden, sollten Sie nicht vergessen, dass auch ein guter Lebensstil einen großen Einfluss auf die Schlafqualität hat.
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Schränken Sie den Alkoholkonsum ein und versuchen Sie, übermäßigen Stress zu vermeiden.
- Setzen Sie sich mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen nicht mehr blauem Licht aus. Greifen Sie anstelle Ihres Smartphones oder Tablets zu einem Buch, Kreuzworträtsel oder einer Zeitschrift – oder auch zu Stricknadeln. Falls Sie keine Wahl haben und trotzdem am Computer arbeiten müssen, sollten Sie zumindest den Nachtmodus aktivieren – dieser beeinträchtigt den Schlaf viel weniger.
- Blaues Licht wird nicht nur von den Displays, sondern auch von der LED-Beleuchtung ausgestrahlt. Legen Sie sich für Ihr Schlafzimmer Glühbirnen mit warmweißen Licht zu und lassen Sie vor dem Schlafengehen nur eine kleine Lampe brennen, um Ihrem Körper zu signalisieren, dass es Nacht ist.
- Verzichten Sie am Abend oder am frühen Abend auf Kaffee, Cola, schwarzen oder grünen Tee. Es ist zwar individuell, jedoch gilt grundsätzlich – je eher man vor dem Schlafengehen auf Koffein verzichtet, desto besser.
- Falls Sie nicht genug Dunkelheit zum Einschlafen haben, können Verdunkelungsvorhänge oder eine praktische Schlafmaske helfen.
- Halten Sie möglichst einen regelmäßigen Schlaf- und Aufwachplan ein, der jeden Tag zur etwa gleichen Zeit beginnt.
Selbst wenn man alles richtig machen würde, es gibt Tage, an denen das Einschlafen zu einer kleinen Herausforderung wird. Jeder von uns braucht gute Erholung. Wenn Ihnen schlaflose Nächte und Schlaflosigkeit zu schaffen machen, kann Melatonin eventuell helfen. Sie können sich auch andere Nahrungsergänzungsmittel für erholsamen Schlaf in der Online-Apotheke von Notino ansehen.